Femizide stoppen! Wieder wurde eine Frau ermordet! Genug ist genug! (01.10.2022)

+++ Samstag 01.10.2022 +++

wir berichten am Samstag #b0110 ab 15:00 Uhr von der Demonstration

Femizide stoppen! Wieder wurde eine Frau ermordet! Genug ist genug!

Samstag, 01.10.2022 | 15:00 Uhr | S-BHf Friedrichsfelde Ost 10315 Berlin

anschließendes Gedenken: ca 15:30 Uhr, Nähe Rosenfelder Ring / Löwenberger Straße (Friedrichsfelde)

Anreise: S5, S7, S75, Tram 21, 27, 37, M17, Bus 192, 194

⚠️ Gemeinsame Anreise: 14:30 Uhr – S-Bhf. Ostkreuz (S 41)

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📣 Aufruf…

🗺️ Voraussichtliche Route:

  • S-Bhf. Friedrichsfelde Ost (Bahnhofsvorplatz)
  • Seddiner Straße
  • Rhinstraße
  • Rosenfelder Ring
  • Löwenberger Straße 2

Was ist Passiert?

Am Sonntagmorgen, den 06.09, kam es in Lichtenberg zu einem Femizid an einer 27 Jahre alten Frau, der sich im Wohngebiet Rosenfelder Ring ereignete. Sie wurde von einem Mann durch mehrere Etagen des Hochhauses mit einer Axt gejagt und schließlich in einer Wohnung, die an sie untervermietet war, ermordet. In ihrer Verzweiflung rief sie laut um Hilfe, schrie, und klopfte an Türen, wie Nachbar*innen später berichteten. Geholfen hat zunächst niemand, die Türen blieben geschlossen. Erst spät wurden die Bullen gerufen – für die Frau zu spät. Als mögliches Motiv für diesen Mord wird momentan unter den Nachbar*innen von dem unerwiderten Wunsch des Mannes nach einer Beziehung mit der Frau ausgegangen.

Die genauen Umstände der Tat sind unklar. Wir wissen auch bisher nichts über die Ermordete oder den Täter. Wir wissen nur: Eine von uns ist wieder auf grausame Weise aus dem Leben gerissen worden.

Jeden dritten Tag wird eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner getötet

Dieser Mord ist kein Einzelfall. Alleine im Jahr 2020 wurden 139 Frauen durch ihre Partner oder Ex-Partner umgebracht. Jeden Tag gibt es in Deutschland im Schnitt einen polizeilich registrierten Tötungsversuch an Frauen. Jeden dritten Tag stirbt eine Frau durch die Hand ihres Partners oder Ex-Partners. Nicht mit eingerechnet ist die sehr wahrscheinlich hohe Zahl an Frauen, die sich, aus der Angst heraus, dass ihnen nicht geglaubt wird oder sie dort Diskriminierung erfahren, nicht an die Polizei wenden können. Erst kürzlich wurde in Berlin-Pankow Zohra Mohammad Gul von ihrem Ex-Mann umgebracht, nachdem sie sich von ihm trennte. Der Tat gingen Gewalt und Drohungen voraus.

Ein Femizid ist die vorsätzliche Tötung von Frauen, weil sie Frauen sind. Femizide sind vor dem Hintergrund patriarchaler Hierarchieverhältnisse in unserer Gesellschaft zu sehen. Oft liegt dem ein Besitzdenken des Mannes zugrunde und der Wille, Macht über die Frau auszuüben. Wollen Frauen sich aus dieser Kontrolle befreien, entscheiden sich die Täter zur härtestmöglichen Gewalttat: zum Mord.

Patriarchaler Gewalt ein Ende setzen

Patriarchale Gewalt richtet sich aber nicht nur gegen Frauen. Auch homo-, queer- und transfeindliche Gewalt ist nach wie vor tief in dieser Gesellschaft verankert und richtet sich gegen alle Menschen, die die heteronormative Gesellschaftsordnung (tatsächlich oder vermeintlich) in Frage stellen. Erst kürzlich wurde Malte – ein Teilnehmer der CSD-Parade in Münster – umgebracht, weil er Frauen zur Hilfe kam, die am Rande des CSDs homofeindlich beleidigt wurden, und weil der Täter ihn als trans Mann erkannte.

Wir wollen Femizide, LGBTIQ+-feindliche Morde und die ihnen zugrundeliegenden patriarchalen, gesellschaftlichen Strukturen bekämpfen. Dazu gehört zum einen, das Andenken an die Verstorbenen aufrechtzuerhalten und zum anderen dafür zu sorgen, dass die Kultur der Ignoranz und des Wegschauens aufbricht. Die ermordete Frau aus Lichtenberg hätte diesen Abend vielleicht überlebt, wenn eine*r ihrer Nachbar*innen ihr die Tür geöffnet hätte. Die in Pankow ermordete Zohra wäre wahrscheinlich noch am Leben, wenn Behörden, Heimleitung und Polizei ihre Hilfegesuche ernstgenommen und sich um die Unterbringung in einer anonymen Frauenunterkunft bemüht hätten.

Nehmt ihr uns eine, antworten wir alle!

Wenn ihr die Frau aus Lichtenberg kanntet und euch an einem Gedenken in der Nachbar*innenschaft beteiligen wollt, meldet euch gerne bei uns!

Lasst uns versuchen, unsere Nachbar*innenschaften zu sicheren Orten zu machen für alle Menschen, die von patriarchaler Gewalt potenziell betroffen sein können.

Kommt am 1. Oktober zur Gedenkdemonstration und anschließend zum Gedenken am ehemaligen Wohnaus der Ermordeten.

Schaut nicht weg bei patriarchaler Gewalt!

Greift ein & stellt euch auf die Seite der Betroffenen!

Niemand ist vergessen!